ViRTUE Wiki

Die Patientenvisite

Die Regeln der Händehygiene in ViRTUE

Alle Kontakte des Nutzers mit Patienten- und Umgebungskeimen werden während der Visite aufgezeichnet. Wenn der Nutzer die Hände vor oder nach Patientenkontakt sowie nach Kontakt mit Umgebungskeimen nicht desinfiziert, wird dies als Fehler registriert.

Vier Momente der Händehygiene

ViRTUE verwendet ein eigenes Modell mit vier Momenten der Händehygiene. Dieses orientiert sich an den fünf Momenten der Händehygiene der WHO und ist auf die Patientenvisite in ViRTUE abgestimmt.

  1. Vor dem Betreten der Patientenzone: Der Nutzer desinfiziert die Hände unmittelbar, bevor er die Patientenzone betritt. Dadurch wird der Patient vor Keimen geschützt, die sich auf den Händen des Nutzers befinden können.
  2. Vor einer sauberen oder aseptischen Tätigkeit: Der Nutzer desinfiziert die Hände unmittelbar, bevor er eine saubere oder aseptische Tätigkeit durchführt. Dadurch wird verhindert, dass Keime in den Körper des Patienten gelangen.
  3. Nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material: Der Nutzer desinfiziert die Hände unmittelbar nach einem möglichen Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder anderem potenziell infektiösem Material. Dadurch werden der Nutzer und die Umgebung vor einer Kontamination geschützt.
  4. Nach dem Verlassen der Patientenzone: Der Nutzer desinfiziert die Hände nach dem Verlassen der Patientenzone. Dies gilt auch dann, wenn er nur die Hand des Patienten oder ein Objekt innerhalb der Patientenzone berührt hat.

Was ViRTUE aktuell prüft:

Da ViRTUE im aktuellen Funktionsumfang keine aseptischen Tätigkeiten und keine Tätigkeiten mit Körperflüssigkeiten enthält, werden während der Visite nur der erste und der vierte Moment überprüft (Betreten und Verlassen der Patientenzone).

Das Zonenmodell

ViRTUE bewertet die Händehygiene anhand eines Zonenmodells. Entscheidend ist nicht, welche Keime sichtbar auf einer Oberfläche liegen, sondern zu welcher Zone ein Objekt gehört und ob der Nutzer beim Wechsel zwischen Zonen die Hände desinfiziert.

Die vier Zonen

Jedes Objekt in der Visite ist genau einer Zone zugeordnet. Die Farbe der Zone entspricht der Farbe, die in der Keimansicht und in der Operator-Oberfläche verwendet wird.

Patient 1
grün
Patient 2
rot
Umgebung
blau
Desinfiziert
weiss, keine aktive Zone
Diagramm der vier Zonen in ViRTUE: Patient 1 (grün), Patient 2 (rot), Umgebung (blau), desinfiziert (weiss)
Die vier Zonen in ViRTUE

Zustand der Hände

Der Zustand der Hände zeigt an, in welcher Zone sich der Nutzer aus Sicht der Händehygiene gerade befindet. Ist eine Hand weiss, gilt sie als desinfiziert und gehört keiner Zone an.

Visualisierung des Zustands der Hände, eingefärbt in der Farbe der zuletzt berührten Zone
Zustand der Hände im Zonenmodell

Berührt der Nutzer mit einer desinfizierten Hand ein Objekt, ist dies korrekt. Die Hand übernimmt danach die Zone des berührten Objekts. Berührt der Nutzer zum Beispiel ein Objekt von Patient 1, wechselt die Hand von weiss zu grün.

Ist die Hand bereits eingefärbt, prüft ViRTUE beim nächsten Kontakt, ob die Zone der Hand mit der Zone des berührten Objekts übereinstimmt. Stimmen die Zonen überein, ist die Handlung korrekt. Der Nutzer bewegt sich weiterhin innerhalb derselben Zone und muss die Hände nicht erneut desinfizieren.

Indikationsfehler

Beispiel eines Indikationsfehlers beim Wechsel zwischen Zonen
Zonenwechsel ohne Händedesinfektion

Stimmen die Zonen nicht überein, wird dies als Indikationsfehler gewertet. In diesem Fall hat der Nutzer zwischen zwei Zonen gewechselt, ohne vorher die Hände zu desinfizieren. Die Hand übernimmt anschliessend trotzdem die neue Zone. Ab diesem Zeitpunkt kann der Nutzer mit weiteren Objekten dieser Zone interagieren, ohne dadurch einen zusätzlichen Indikationsfehler auszulösen.

Beispiel:

Die Hand des Nutzers ist grün, weil er zuvor Patient 1 berührt hat. Berührt er danach ein Objekt von Patient 2, ohne die Hände zu desinfizieren, wird ein Indikationsfehler registriert. Die Hand wechselt anschliessend von grün zu rot. Weitere Kontakte mit Patient 2 oder Objekten von Patient 2 sind danach korrekt, solange der Nutzer die Zone nicht erneut wechselt.

Zonenmodell vs. Keimansicht

ViRTUE unterscheidet zwischen den Zonen der Händehygiene und den sichtbar dargestellten Keimen auf Oberflächen. Der Nutzer kann mit verschiedenen Zonen in Kontakt kommen. Gleichzeitig können sich Keime unabhängig davon auf Objekten und Oberflächen verteilen.

Die Bewertung basiert ausschliesslich auf den Regeln des Zonenmodells. Die dargestellten Keime haben keinen direkten Einfluss auf die Bewertung.

Der Grund dafür ist, dass Keime im realen Arbeitsalltag nicht sichtbar sind. Deshalb wäre es nicht fair, den Nutzer zu bestrafen, wenn sich beispielsweise Umgebungskeime auf einem Objekt der Patientenzone befinden und der Nutzer diese Keime zufällig aufnimmt. Solche Keime können durch einen vorherigen Fehler des Nutzers oder durch die Vorkonfiguration des Operators entstanden sein.

Die Keimansicht dient daher ausschliesslich der Visualisierung. Sie hilft dabei, Keimübertragungen sichtbar zu machen und diese nach der Visite gemeinsam zu besprechen.

Hände desinfizieren

Wie der Nutzer in VR die Hände desinfiziert, ist im Abschnitt Händedesinfektion (Aus Sicht des Nutzers) beschrieben.